„Unbedingt sollte in der Ausstellung eine Flasche Caramba-Rostlöser präsentiert werden – zusammen mit der Geschichte ihres Erfinders Max Elb. Und einige für die jüdische Religionsausübung notwendige Gerätschaften – erinnernd an das „Juden-Cabinet“, das von Kurfürst August dem Starken um 1730 errichtete erste jüdische Museum der Welt.“
„Vielleicht muss man viel stärker dezentral und in Kooperationen denken, die dann auch über die drei großen Städte hinausgehen und Sachsen in der Fläche wie auch in seiner transnationalen Einbettung in den Blick nehmen.“
„Wichtig wäre mir, dass ein solches Museum individuelle Geschichten von jüdischen Menschen vorstellt, wie etwa die der jüngst hier in Dresden mit einem Festakt bedachten Familie Arnhold. Das sollte sich aber nicht allein auf die Zeit des Nationalsozialismus beschränken, sondern genauso ganz einfache Lebensgeschichten einschließen.“
„Jeder zusätzliche Raum, der dem Judentum und der jüdischen Kultur gewidmet ist, sollte als eine positive Entwicklung angesehen werden. Gleichzeitig glaube ich nicht, dass die Schaffung eines konventionellen jüdischen Museums, das lediglich ein traditionelles Konzept von „Museum“ reproduzieren würde, die nützlichste Ergänzung für die Gesellschaft und auch nicht der beste Weg ist, um Toleranz zu fördern.“
„Leider sehr in Vergessenheit geraten ist, dass das Palais im 19. Jahrhundert Ausgangspunkt für zahlreiche Impulse für die geschichtliche Entwicklung in Stadt und Land war: Hier wohnten große Mäzene und Förderer, hier wurde die Idee des Reformjudentums vorangetrieben. Außerdem war das Palais Anlaufstelle für viele berühmte Persönlichkeiten der Zeit …“
„Es gibt hochinteressante Einzelprojekte in den stadtgeschichtlichen Museen, in Erinnerungsorten, auch an jüdischen Orten. Dies zusammenzubringen, in welcher Form auch immer, halte ich insbesondere in Ostdeutschland, wo das doch noch in gewisser Weise ein Desiderat im Vergleich zu anderen Regionen in Deutschland ist, für ein sehr wichtiges Projekt.“
„Ein jüdisches Museum sollte einen Querschnitt durch jüdische Geschichte über die Jahrhunderte bieten. Für Juden und Jüdinnen in Sachsen blicken wir da auf fast 1.000 Jahre. Manches wird auch erst durch die Sichtbarkeit der Gesamtentwicklung deutlich. Dabei wird man schauen müssen, welche Objekte, Geschichten und Präsentationsmöglichkeiten zur Verfügung stehen, einige Dinge sind da ja über die letzten Jahrzehnte bekannt. Bei einem dezentralen Museum könnten die Objekte auch in der jeweiligen Stadt bleiben.“
„Ich begrüße, wenn die Geschichte der Juden Sachsens als Teil der allgemeinen Geschichte Sachsens sichtbar gemacht werden soll. Da besteht großer Nachholbedarf! Jedoch muss, damit das Museum nicht zum Selbstzweck wird, zuerst eine grobe Vorstellung über Inhalt und Zielstellung des Museums entwickelt werden.“
Für mich wäre der Alte Leipziger Bahnhof ein ideales Museumsgebäude. Weil vom ehemaligen Güterbahnhof Dresden Neustadt 1942 die Deportationszüge abfuhren, ist das Gebäude zuallererst ein Gedenkort an die Shoah. Als Empfangsgebäude der 1839 eingeweihten ersten deutschen Ferneisenbahn zwischen Dresden und Leipzig ist der Bahnhof vor allem auch ein technisches Denkmal.
„Die Idee ist eigentlich nicht neu. Ab und zu sprach man darüber, träumte man davon, aber machte keine praktischen Schritte zur Realisierung. Nun ist man wieder in einer Phase des Redens und Träumens. Mal sehen ob man es diesmal schafft, das Museumsprojekt auch tatsächlich umzusetzen.“ Küf Kaufmann